Mahlvorgang

Aufbau der Bockwindmühle

Windmühlen sind windgetriebene Anlagen zum Mahlen von Getreide, bei denen das Mahlgut durch zwei aufeinanderreibende Mühlensteine zerkleinert wird.

Der Aufbau und die Arbeitsweise der Bockwindmühle ist höchst einfach. Der statische also unbewegliche Teil umfaßt den Bock mit Ständer. Der Mühlenkörper sitzt auf dem Sattel und dem Bock und ist mit diesem durch den Hausbaum verbunden. Aufgabe des Bockes ist es, alle Horizontal- und Vertikalkräfte, die am Mühlengebäude auftreten, aufzunehmen.

Dadurch wird die Drehung des Mühlenkörpers um den Ständer ermöglicht. Das geschieht mit Hilfe des herausragenden Sterzes oder Schiebebaums von Hand bzw. mit einer Winde. Auf Grund der großen Hebellänge kann das Mühlengebäude mit relativ geringem Kraftaufwand in den Wind gedreht werden. Nach oben abgeschlossen wird der in der Regel zweistöckige Mühlenkörper durch ein Satteldach. Die Form des Daches wird durch die Größe und Anordnung des großen Kammrades bestimmt.

Der feststehende Bock besteht aus den Kreuzschwellen, den Kreuzstreben und dem Sattel auf dem sich der Mühlenkasten dreht. Auf dem Kreuz, das die Kreuzschwellen bilden, ist der Hausbaum wie eine große Klaue aufgesteckt und nach allen vier Richtungen mit den Kreuzstreben abgestützt. Den oberen Abschluß dieser Konstruktion bildet die Sattelbahn. Da sich auf ihr die Mühle dreht, muß sie vollkommen waagerecht ausgerichtet sein. Der Hausbaum der Schillingstedter Mühle hat im unteren Teil einen quadratischen Querschnitt mit 63 cm Kantenlänge und im oberen Teil, um den sich der Mühlenkasten dreht, einen runden Querschnitt von 63 cm Durchmesser.

Der obere Teil der Mühle, das Mühlengebäude oder der Mühlenkasten besteht aus vier Holzwänden. Die Vorderwand wird auch als Sturmwand bezeichnet, weil diese Wand immer in Windrichtung steht. Der Mühlenkasten wurde so leicht wie möglich gehalten, nur der Aufenthaltsraum des Müllers, die Feise, wurde mit einer Lehmausfachung als Wärmedämmung versehen und mit einem Ofen ausgestattet. Unterhalb des Mühlenkastens ist der lange Sterz zwischen den Fugbalken eingezapft.

Das Mühlengebäude ist in zwei Geschosse geteilt. Dabei wird das untere Geschoß als Mehlboden und das obere Geschoß als Steinboden bezeichnet. Die Giebelwände liegen auf den Fugbalken auf und werden in halber Höhe durch die kräftigen Jungfernbalken, von denen jeder ein Gewicht von 850 kg hat, gehalten.

Der Mehlbalken oder Hauptbalken sitzt auf dem oberen Ende des Hausbaumes und bildet neben der Sattelbahn die zweite Drehebene der Mühle. Dieser Balken hat bei der Schillingstedter Mühle eine Kantenlänge von 70 cm und ein Gewicht von ca. 1700 kg.

Das vierflügelige Windrad besteht aus langen Balken, den Flügelruten, die bei der Schillingstedter Mühle ein Länge von 9 Meter haben. Diese Ruten sind in den gußeisernen Wellenkopf eingesetzt. Die Flügel nehmen die Windenergie auf und übertragen sie auf die Flügelwelle mit dem Kammrad. Diese Flügelwelle hat bei der Schillingstedter Mühle am vorderen Ende einen Durchmesser von 63 cm und am hinteren Lager immer noch einen Durchmesser von 42 cm. Daraus ergibt sich ein stattliches Gewicht von 1300 kg. Dazu kommt noch das Gewicht des gußeisernen Wellenkopfes mit ca. 700 kg. Damit die Flügel nicht den Mühlenkasten berühren, ist die Flügelwelle an der Sturmwand ungefähr 30 cm höher gelagert. Auf dieser Welle waren anders als bei den meisten Bockwindmühlen zwei Kammräder angebracht. Das größere hat einen Durchmesser von 3,90 Meter und das kleinere einen Durchmesser von 3,40 Meter.



Über das Kammrad wird die Kraft auf den Mahlgang übertragen. Dieser Mahlgang zerkleinert das Mahlgut. Früher hate die Mühle zwei Mahlgänge und einen Spitzgang. Jetzt verfügt sie nur noch über einen Schrotgang.

Der Mahlvorgang

Das Korn wird zwischen den beiden Mahlsteinen gemahlen. Sie sind von einem Holzmantel umhüllt. Der untere, der Bodenstein, ist feststehend. Der obere, der Läuferstein enthält Rillen auf der Mahlseite und in der Mitte eine Öffnung. Auf diesen Stein wird die Drehbewegung übertragen.

Bei einer Windstärke von 3 bis 4 nach der Beaufortskala mit Windgeschwindigkeiten von 5 bis 7 Metern je Sekunde drehten sich die Flügel 12 bis 15 mal in der Minute. Die Übersetzung vom Kammrad zum Läuferstein beträgt 1:8 bis 1:9.

Bei etwa 120 Umdrehungen je Minute gelangt das in die Öffnung fließende Getreide durch die Rillen zwischen die beiden Mahlsteine und wird dort zermahlen. Das Mahlgut fällt zwischen Bodenstein und Holzmantel herunter, wird dort aufgefangen und weitergeleitet.


Das Schärfen der Mahlsteine und der Mahlgang mit Kammrad und Stockgetriebe




letzte Änderung: Wednesday, 26.06.2013, 21:26 Uhr

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                <h4>Aufbau der Bockwindmühle
                </h4> Windmühlen sind windgetriebene Anlagen zum Mahlen von Getreide, bei denen das Mahlgut durch zwei aufeinanderreibende Mühlensteine zerkleinert wird.
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                <br> Der Aufbau und die Arbeitsweise der Bockwindmühle ist höchst einfach. Der statische also unbewegliche Teil umfaßt den Bock mit Ständer. Der Mühlenkörper sitzt auf dem Sattel und dem Bock und ist mit diesem durch den Hausbaum verbunden. Aufgabe des Bockes ist es, alle Horizontal- und Vertikalkräfte, die am Mühlengebäude auftreten, aufzunehmen.
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                <br> Dadurch wird die Drehung des Mühlenkörpers um den Ständer ermöglicht. Das geschieht mit Hilfe des herausragenden Sterzes oder Schiebebaums von Hand bzw. mit einer Winde. Auf Grund der großen Hebellänge kann das Mühlengebäude mit relativ geringem Kraftaufwand in den Wind gedreht werden. Nach oben abgeschlossen wird der in der Regel zweistöckige Mühlenkörper durch ein Satteldach. Die Form des Daches wird durch die Größe und Anordnung des großen Kammrades bestimmt.
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                <br> Der feststehende Bock besteht aus den Kreuzschwellen, den Kreuzstreben und dem Sattel auf dem sich der Mühlenkasten dreht. Auf dem Kreuz, das die Kreuzschwellen bilden, ist der Hausbaum wie eine große Klaue aufgesteckt und nach allen vier Richtungen mit den Kreuzstreben abgestützt. Den oberen Abschluß dieser Konstruktion bildet die Sattelbahn. Da sich auf ihr die Mühle dreht, muß sie vollkommen waagerecht ausgerichtet sein. Der Hausbaum der Schillingstedter Mühle hat im unteren Teil einen quadratischen Querschnitt mit 63 cm Kantenlänge und im oberen Teil, um den sich der Mühlenkasten dreht, einen runden Querschnitt von 63 cm Durchmesser.
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                <br> Der obere Teil der Mühle, das Mühlengebäude oder der Mühlenkasten besteht aus vier Holzwänden. Die Vorderwand wird auch als Sturmwand bezeichnet, weil diese Wand immer in Windrichtung steht. Der Mühlenkasten wurde so leicht wie möglich gehalten, nur der Aufenthaltsraum des Müllers, die Feise, wurde mit einer Lehmausfachung als Wärmedämmung versehen und mit einem Ofen ausgestattet. Unterhalb des Mühlenkastens ist der lange Sterz zwischen den Fugbalken eingezapft.
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                <br> Das Mühlengebäude ist in zwei Geschosse geteilt. Dabei wird das untere Geschoß als Mehlboden und das obere Geschoß als Steinboden bezeichnet. Die Giebelwände liegen auf den Fugbalken auf und werden in halber Höhe durch die kräftigen Jungfernbalken, von denen jeder ein Gewicht von 850 kg hat, gehalten.
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                <br> Der Mehlbalken oder Hauptbalken sitzt auf dem oberen Ende des Hausbaumes und bildet neben der Sattelbahn die zweite Drehebene der Mühle. Dieser Balken hat bei der Schillingstedter Mühle eine Kantenlänge von 70 cm und ein Gewicht von ca. 1700 kg.
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                <br> Das vierflügelige Windrad besteht aus langen Balken, den Flügelruten, die bei der Schillingstedter Mühle ein Länge von 9 Meter haben. Diese Ruten sind in den gußeisernen Wellenkopf eingesetzt. Die Flügel nehmen die Windenergie auf und übertragen sie auf die Flügelwelle mit dem Kammrad. Diese Flügelwelle hat bei der Schillingstedter Mühle am vorderen Ende einen Durchmesser von 63 cm und am hinteren Lager immer noch einen Durchmesser von 42 cm. Daraus ergibt sich ein stattliches Gewicht von 1300 kg. Dazu kommt noch das Gewicht des gußeisernen Wellenkopfes mit ca. 700 kg. Damit die Flügel nicht den Mühlenkasten berühren, ist die Flügelwelle an der Sturmwand ungefähr 30 cm höher gelagert. Auf dieser Welle waren anders als bei den meisten Bockwindmühlen zwei Kammräder angebracht. Das größere hat einen Durchmesser von 3,90 Meter und das kleinere einen Durchmesser von 3,40 Meter.
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                <h4>Der Mahlvorgang
                </h4> Das Korn wird zwischen den beiden Mahlsteinen gemahlen. Sie sind von einem Holzmantel umhüllt. Der untere, der Bodenstein, ist feststehend. Der obere, der Läuferstein enthält Rillen auf der Mahlseite und in der Mitte eine Öffnung. Auf diesen Stein wird die Drehbewegung übertragen.
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                <br> Bei einer Windstärke von 3 bis 4 nach der Beaufortskala mit Windgeschwindigkeiten von 5 bis 7 Metern je Sekunde drehten sich die Flügel 12 bis 15 mal in der Minute. Die Übersetzung vom Kammrad zum Läuferstein beträgt 1:8 bis 1:9.
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                <br> Bei etwa 120 Umdrehungen je Minute gelangt das in die Öffnung fließende Getreide durch die Rillen zwischen die beiden Mahlsteine und wird dort zermahlen. Das Mahlgut fällt zwischen Bodenstein und Holzmantel herunter, wird dort aufgefangen und weitergeleitet.
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