Fahne von Schillingstedt

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Die Sprache der Mühlenflügel

Die Windmüller hatten ihre eigene Sprache. Mit den Flügeln ihrer Windmühle nahmen sie Anteil am gesellschaftlichen Leben. Drehten sich die Flügel, wußten alle, die Schlange der Wartenden wird abgearbeitet. Standen die Flügel still, gaben sie Antwort, ob es Sinn hat zur Mühle zu gehen, oder ob eine längere Pause wegen Reparaturen eingelegt wurde.

Die unterschiedlichen Flügelstellungen hatten in den verschiedenen Ländern oder Länderteilen unterschiedliche Bedeutung. Deshalb sind hier auch nur die wichtigsten mit ihrer norddeutschen Bedeutung aufgeführt.


Lange Arbeitspause

Kurze Arbeitspause

Freudenschere

Trauerschere


Die lange Arbeitspause wurde angezeigt bei Schäden an Flügeln oder an Getriebeteilen oder wenn die Steine geschärft werden mußten.

Die kurze Arbeitspause wurde gezeigt, wenn die Mühle für kurze Zeit (1 bis 2 Stunden) außer Betrieb ist oder über Nacht. Auch bei Gewitter wurden die Flügel in diese Stellung gedreht, da bei dieser Stellung die Flügelspitzen weniger als bei anderen Stellungen in den Himmel ragen.

Die Freudenschere, ein schräggestelltes Andreaskreuz, wird gezeigt bei Hochzeiten, Geburten, Taufen oder anderen freudigen Ereignissen in der Familie des Müllers oder in der Kirchengemeinde. Bei dieser Stellung schneidet die kommende Rute den Rumpf der Mühle.

Die Trauerschere wird eingestellt bei einem Todesfall in der Familie des Müllers oder der Kirchengemeinde. Kam ein Trauerzug an der Mühle vorbei, wurden die Flügel auch in diese Stellung gedreht. Bei dieser Stellung schneidet die gehende Rute den Rumpf der Mühle.




letzte Änderung: Wednesday, 26.06.2013, 21:26 Uhr

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