Fahne von Schillingstedt

Willkommen
auf
www.schillingstedt.de


Steueranschlag 1718 in Schillingstedt

 

Neuer Steuer Anschlag
auf der königl. Maj. in Pohlen
und Churfürstl. Durchl. zu Sachßen
allergnädigst ergangenen Befehl
nach deren alten Steueran-
schlägen de ao. 1628 et 1688
verferttigt
1718


Dieses ist der Aufsatz mit denen Lehnen und Erbzinßen aber ohne Motiven gehöret in die Gemeindte alhier und bleibet zur Nachricht

Allerunterthänigster Vorbericht Wie sich am hießigen Orthe zu Schillingstedt in vielen Stücken befindet


1.)

Hierbey ist anfänglich zu annotizen, daß hießigen Orths Schillingstedt die Acker Ruthe 15 Schuhlang ist, und hält ein Ackerlandes so einer Ruthen breit 128 Ruthen in der Länge. Die Viertellandte halten alle gleich durchgehendt 7½ Acker ist also das kleinste Acker = gemäß alhier mit und


2.)

Istsonst alhier ein schrader hungeriger und ge- ringer Orth, gantzkeine Viehweyde auch keine Gräserey vor Pferdte, noch Gartten noch Holtz ist hitzig dürer, steinigt, mager und Sal- peterich Landt, daß man wenig Früchte bauet, manches Jahr kaum 1 Schock auch zuweilen bey Mißjahren nur ½ Schock Rocken aufn Acker gebauet worden, wie auch das abgewichenen 1717. Jahrs alhier geschehen. Wann aber Hunger quellen aus der Erden aufsteigen werden viele Felder naß und sumpfig und ehr unbrauchbar und liegen viele Stücke in naßen, sind nicht zu pflügen oder zu nutzen. Wird noch weniger Gerste und Hafer geern- det weil die Sommerfrüchte fastjährl. zu- rückbleiben, wegen der steinigten dürren und hungrigen Länderey, daß mancher Bauer nur 1 - und der beste Bauer alhier kaum 2 Kühe wegen Mangel der Gräserey und Vieh=Weyde durchs gantze Jahr mit Sorg und Bekümmernis ausfüttern und daher weder die Felder notdürftig düngen noch sattsam Vieh halten und ernehren kann. Die Gräserey muß dem Bauersmann zu- schaden aus den Winter- und Sommer- Früchten geholet, und darf der Acker auch nicht besämmert werden, ave sich der Hauswirth nicht den größten Schaden an den Winterfrüchten selbst tun, oder die Stücke gar unbestellt liegen laßen will.


4.)

So müßen auch den gantzen Sommer durch Pferdte und Rind-Vieh alhier an der Krippe erhalten werden. Und wenn man alhier das Vieh und Pferdte nicht verhungern laßen will, muß man solche mit Körnern vom Boden Sommer und Winter füttern weil gar kein Hey bey uns wächst auch wie öftersgeschehen die Früchte sonderlich der Hafer vor der Erndte und vor der Zeit ehe solcher reif wird vom Feldte abschneidten und dem Pferdt- und Rind-Vieh zur Fütte- rung vortragen laßen. Zu geschweigen daß alhier weder Obst noch andere Kochspeisse oder Zugemüß wie anderer Orthen ange- bauet werden. Dahero bey so gestalten Umbständen und weiln die Gemeindte schwehre Erbzinsen, Geld und Getreyde-Ge- schoß und viele andere Onera (lat. Schulden) nebst den Pferdt- und Hand-Diensten auf Ihren Gütern hat, ohnmöglich alle Schocke in die Gangbar- keit gesetzet werden können.


5.)

Sind auch alhier keine Laß-Güther niemahls gewesen, wie anderer Orthen weder bey unser Vorfahren noch bey unseren Heiten son- dern es werden die Güter zertheilet an die Erben nach des Besitzers Todte iedoch daß deren gangbahren Steuerschocken nichts ent- zogen wirdt.


Schließlich undt 6.tens

wird allerunterthänigst berichtet daß auf ein Viertellandt als eine hießige Viertels- hufe auf die beiden Felder über Winter und Sommer welches 5.Acker austrägt durchgehendt nichtmehr als 2 Dreßscheffel jährl. ausgesäet werden das dritte Feldt aber bleibt alle Zeit brache. Welches am Ende dieses Anschlages von uns denen Gemeindten Vorstehern untern Ge- meinden Insiegel und Unterschrift be- zeuget wird.

So geschehen Schillingstedt

ao.1718


 
Die Schreibweise entspricht der Schreibweise aus dem Jahr 1718 und wurde absichtlich nicht korrigiert.




letzte Änderung: Wednesday, 26.06.2013, 21:20 Uhr

"
Dokument erzeugt in 1 ms. DruckversionSeite als PDFQuellcode anzeigenImpressumdeutschenglisch
Powered by THINK  PHP, CSS, JavaScript, HTML, Multilingual, Templates  proud to be 100% Microsoft free